Kreispolizeibehörde Euskirchen
Euskirchen (ots)
Wenn das Auto plötzlich eigene Wege fährt, der Fahrer die Orientierung verliert und von Sprengstoff erzählt, ist es definitiv kein gewöhnlicher Donnerstagabend.
In der Nacht zu heute (28. August) meldete ein Zeuge gegen 0.14 Uhr einen ziemlich auffälligen Pkw. Das Fahrzeug sollte mitten auf einer Kreuzung am Pützbergring stehen – und ein Mann darin beziehungsweise daneben soll lautstark auf sich aufmerksam gemacht haben.
Als die Polizei vor Ort eintraf, war von der beschriebenen Szene allerdings nichts mehr zu sehen. Der Fall schien sich zunächst in Luft aufgelöst zu haben. Doch im Rahmen der Nahbereichsfahndung kam dann der nächste Hinweis: Auf dem Keltenring meldete sich ein Zeuge bei einem Streifenwagen und berichtete von einem Fahrzeug, das mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit einen Fußgängerweg befahren habe. Anschließend sei der Wagen vor der Erft zum Stillstand gekommen.
Die Polizei fand den Pkw schließlich auf einem Grünstreifen – mit laufendem Motor. Der Fahrer war allerdings nicht mehr am Steuer, sondern befand sich mehrere Meter entfernt und führte augenscheinlich ein Selbstgespräch.
Dabei machte der 33-jährige Euskirchener einen deutlich desorientierten und verwirrten Eindruck. Besonders ungewöhnlich: Er erklärte den Beamten, er habe Sprengstoff an seinem Auto angebracht. Außerdem könne er sich nicht daran erinnern, wie er überhaupt an diesen Ort gekommen sei. Zwischendurch tanzte er und lachte lautstark.
Bei aller Kuriosität verstanden die Einsatzkräfte bei der Sprengstoff-Äußerung selbstverständlich keinen Spaß: Das Fahrzeug wurde entsprechend überprüft. Hinweise auf tatsächlich angebrachten Sprengstoff fanden die Polizisten jedoch nicht.
Für die nächste ernste Wendung sorgte anschließend ein freiwilliger Drogenvortest. Dieser reagierte positiv auf Amphetamine und Cannabis.
Der Mann wurde daraufhin zur Polizeiwache Euskirchen gebracht, wo eine Blutprobe entnommen wurde. Sein Führerschein wurde sichergestellt.
Was auf den ersten Blick wie eine ziemlich skurrile nächtliche Episode klingt, hatte also einen ernsten Hintergrund: Wer unter dem Einfluss von Drogen die Orientierung verliert, mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit unterwegs ist und dabei sogar einen Fußgängerweg befährt, bringt nicht nur sich selbst, sondern auch andere Verkehrsteilnehmer und Fußgänger in erhebliche Gefahr.
Kurz gesagt: Tanzen ist völlig in Ordnung – Autofahren unter Drogeneinfluss eher nicht.
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